Yoga ist Verbindung
Mein Weg zum Yoga begann nicht auf einer Yogamatte, sondern während meines Freiwilligendienstes in Indien im Jahr 2015. Dort begegnete ich Yoga zum ersten Mal. Ich probierte verschiedene Richtungen aus, doch vor allem tauchte ich in eine Kultur ein, in der Yoga selbstverständlich zum Leben gehörte.
2023 entschied ich mich, tiefer einzutauchen und absolvierte meine 200-Stunden-Yogalehrerausbildung. Kurz darauf begann ich zu unterrichten. Während der Ausbildung veränderte sich jedoch nicht nur meine Yogapraxis, sondern auch mein Umgang mit mir selbst. Ich wurde weicher, lernte meinem Körper mehr zu vertrauen und Selbstfürsorge einen festen Platz in meinem Leben zu geben. Oft dachte ich, irgendwann würde ich genug von Yoga haben. Doch das Gegenteil war der Fall: Je tiefer ich eintauchte, desto mehr wurde Yoga zu einem Teil meines Lebens.
2024 begegnete ich der Lehre von Mark Whitwell und Heart of Yoga. Hier fand ich einen Ansatz, der sich von Anfang an wie ein Zuhause anfühlte. Der Atem wurde zur Essenz jeder Bewegung. In der Tradition von Tirumalai Krishnamacharya und T. K. V. Desikachar habe ich eine Haltung zum Yoga gefunden, die mich tief berührt: Die Praxis beginnt immer beim Menschen und richtet sich nach dem, was er in diesem Moment braucht.

Mit der Zeit wurde mir klar, dass Yoga für mich kein Sport ist. Es geht nicht darum, etwas zu leisten, beweglicher zu werden oder Haltungen möglichst perfekt auszuführen. Immer mehr durfte ich erfahren, dass Yoga vor allem Verbindung ist – zu meinem Atem, meinem Körper, zu anderen Menschen und zur Natur. Diese Verbindung muss nicht erst geschaffen werden. Sie ist bereits da. Die Praxis lädt mich ein, sie wieder wahrzunehmen und daran teilzuhaben, ohne etwas erzwingen zu müssen. Genau darin liegt für mich die Tiefe des Yoga.
Im Dezember 2024 führte mich mein Weg nach Neuseeland. Die Reise wurde zu einer Zeit intensiver Selbsterfahrung. Unterwegs durfte ich Menschen, denen ich begegnete, im Einzelunterricht begleiten. Dabei wurde mir noch deutlicher, wie unterschiedlich wir Menschen sind – und wie kraftvoll Yoga sein kann, wenn sich die Praxis dem Menschen anpasst und nicht der Mensch der Praxis.




Zurück in Deutschland begann ich, regelmäßig im 1:1 zu unterrichten. Jede Begegnung brachte neue Erfahrungen mit sich und half mir, meinen eigenen Weg als Yogalehrerin zu finden. Mein Unterricht wurde immer intuitiver, individueller und mehr von der Begegnung mit dem Menschen als von einem festen Konzept geleitet.
